10 Schreib-Hacks die Schreiben zum produktiven Spiel machen

10 Schreib-Hacks die Schreiben zum produktiven Spiel machen

Meine Mission oder Passion ist, den Weg des Künstlers verspielt und lebendig zu gehen. Ich möchte Wege finden, die das, was sich sonst wie Arbeit anfühlt, zum vergnüglichen Spiel werden lassen. Gleichzeitig ist mir jedoch wichtig, auf diesem Weg erfolgreich und mit voller Power zu meinem Ziel zu gelangen.

Gerade gestern habe ich ein Interview mit der Krimi-Autorin Elisabeth Hermann gesehen, die den Schreibprozess als harte Arbeit beschrieben hat. Sie wollte darauf hinaus, dass viele ein zu romantisches Bild vom Schriftsteller haben.

Ich will Frau Hermann jetzt auch gar nicht übereilt widersprechen. Sicher brauchen wir Disziplin, Struktur und Regelmäßigkeit um wirklich erfolgreich zu schreiben. Aber ist es nicht auch so, dass jedes gute Spiel seine Regeln hat und dennoch fühlt es sich beim Spielen mega lebendig an?

Es muss definitiv möglich sein, das Schreiben zum Spielvergnügen zu verwandeln. Davon bin ich überzeugt! Und wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir viele sehr lebendige Schreib-Momente ein.

Und so habe ich mich auf die Suche gemacht und 10 geniale Schreib-Hacks gesammelt, die aus deiner Schreib-Arbeit ein lebendiges und produktives Spiel machen.

 

Hier sind meine 10 Schreib-Hacks für mehr Schreibvergnügen:

Wenn du schon ein paar von meinen Artikeln gelesen hast, kennst du vielleicht schon meine Einladung vorab an dich:

Bitte werte während des kreativen Prozesses erstmal nicht. Erlaube dir Fehler, Banalitäten, Verrücktheiten und auch Dinge, die du jetzt noch für unpassend, falsch oder ähnliches hältst. Deine Kreativität reagiert allergisch auf Druck und Wertung. Also versuch nicht gut oder genial zu sein. Du bist es nämlich schon, da bin ich mir sicher.

 

1. Die lebendige Inspirationswand

Hast du dir schon eine Inspirationswand gebastelt? Wenn du jetzt fragst, was das ist: Lies hier nochmal nach. Hast du deine Wand so gestaltet, dass sie dich begeistert und belebt? Bunte Bilder, Sprüche, Zeitungsausschnitte und ähnliches?

Dann nutze diese Wand um dich in Schreib-Temperatur zu wärmen. Stell dich vor deine Wand, betrachte sie und sprich auch gerne mit ihr. Schenk ihr ein „Sehr geil! Ja! Wirklich genial!“

Und wenn du beim Schreiben merkst, dass deine Energie runterfährt, mache eine Pause vor deiner Wand und „lade dich auf“.

 

2. Storycubes

Ich liebe es auch sehr, wenn ich an einer Stelle hänge, mir einen Impuls von außen zu holen. Dafür benutze ich wahnsinnig gerne Roy’s Storycubes. Die gibt es inzwischen in mega vielen Ausführungen (Handlungen, Krimi, Urzeit, Heldenreise, u.v.m.) und auch schon als App. Auf den Würfeln sind verschiedene Symbole, die dir als Geschichtsimpuls dienen können. Zieh dir einfach einen zufälligen Würfel, lass ihn rollen und staune.

Du kannst dafür auch ein einfaches Memory benutzen oder andere Bildkarten. Ich stehe auch sehr auf die Bilder aus dem Spiel Dixid. Hier gibt es inzwischen auch richtig viele Erweiterungen.

Natürlich lässt du so den Zufall in dein Schreiben rein. Aber um genau zu sein, ist dieser Zufall so oder so zu Gast. Es sei denn du schreibst in einer Dunkelkammer…

Ich finde es allerdings immer wieder erstaunlich, wie passend oft der Zufall trifft. Letztendlich kommt es ja doch auf dich und deine Perspektive an, was so ein Bild in dir auslöst. Probiere es doch einfach mal aus!

 

3. Die Knete

Als ich vor kurzem für einen Artikel recherchiert habe, bin ich auf eine irrsinnige Kreativtechnik gestoßen. Du brauchst dafür etwas Knete, auf der du rumkneten kannst. Während du dann so die bunte Masse balgst, lässt du deine Kreativität fließen. Schreiben geht natürlich nicht nebenher, aber du kannst ja ein Aufnahmegerät bzw. eine App besprechen.

Die Knetbewegung und die Figuren die dabei entstehen, nehmen den Anspruch und den Druck raus und geben so deiner Kreativität Raum.

Ich fand die Idee so abgefahren, dass ich mir gleich mal so ne Dose Knete geholt habe. Auf jeden Fall ein sehr verspielter Weg zum kreativen Arbeiten.

 

4. Innere Bilder & Phantasiereisen

Wenn wir Geschichten hören und konsumieren, ist das immer ein Vergnügen. Warum sollen wir das beim Produzieren nicht auch erleben dürfen?

Nimm dir hierfür immer wieder zwischendrin einen Augenblick Zeit und lass deine Geschichte vor deinem inneren Auge lebendig werden. Lass sie dabei so sinnlich und farbenfroh wie du nur kannst erstrahlen.

Was siehst du? Welche Farben und Strukturen hat dein Bild?

Was hörst du?

Was spürst, riechst und schmeckst du?

Wenn du darin ein bisschen Übung hast, kannst du deine Geschichte wie einen Film auch in deiner Phantasie laufen lassen. Versuch auch mal verschiedene Perspektiven einzunehmen und schau was sich verändert.

 

5. Wechsle die Perspektive

Nimm generell auch beim Schreiben immer wieder mal eine andere Perspektive ein. Wie würde ein schmieriger Politiker deine Geschichte erzählen? Was erlebt die hinterlistige Katze? Und was bekommt die neugierige Nachbarin mit?

Gerade wenn du festhängst, kann das ein Hack sein, um wieder in den Flow zu kommen. Es macht auch mega Spaß ungewöhnliche Blickwinkel einzunehmen. Nicht zuletzt kann es deine Geschichte auch bereichern…

 

6. Atmosphäre

Es ist nicht unbedingt nötig, deine Phantasie aus sich heraus zu beleben. Schaff dir doch mal eine Schreibatmosphäre, die zu deinem Thema und deiner Geschichte passt.

Welche Gerüche könnten dich inspirieren? Spielt deine Geschichte z.B. in Indien, stell dir doch an deinen Schreibplatz etwas Curry. Oder du kochst dir gleich was Leckeres.

Gibt es Musik, die zur Stimmung deiner Story passt? Ich persönlich finde es schwierig mit Gesang im Hintergrund zu schreiben, aber Filmmusik ist oft sehr atmosphärisch und kann aus deiner Schreib-Arbeit ein stimmungsvolles Erlebnis und Spiel machen.

Experimentiere auch mit Licht, Geräuschen und Orten. Wie schaffst du dir noch Atmosphäre?

 

7. Schreibe an verschiedenen Orten

Ein Ortswechsel kann generell deiner Kreativität Flügel verleihen.

Ich saß zum Beispiel letzte Woche im Wartezimmer eines Augenarztes und hatte mein Klemmbrett dabei. Ich war plötzlich so im Fluss, dass mir erst nach einer Stunde auffiel, wie lange ich schon wartete. Genialer Trick um Wartezeiten wirklich zu nutzen. Sei kreativ!

Auch in der Stadt auf einer Bank, in der Natur oder im Café kannst du deinen Schreibplatz und dein Schreib-Spiel finden. Genial ist es auch, wenn du dich bewusst irritierst. Erwiesenermaßen bringt das deine Kreativität in Wallung. Schreib mal auf der Toilette, auf einem Baum oder setz dich auf die Waschmaschine…

Falls du Bock hast, teile gerne deine Schreib-Plätze unter diesem Artikel!

 

8. Lass die Figuren sprechen

Das ist ein Spiel, dass ich sehr liebe. Gib deinen Figuren Leben, Charakter und dann lass sie sprechen. Auch wirklich und gerne laut. Falls du Dialoge schreiben willst, wirst du sehen, dass du diese so viel natürlicher gestaltest.

Selbstverständlich solltest du deine Figuren dafür auch gut kennen. Was treibt sie an? Was geht in ihnen vor? Was macht ihnen das Leben schwer?
Und dann gibst du deinen Figuren noch einen klaren Duktus. Wie spricht deine Figur? Hat sie einen Tick? Was für eine Stimme kannst du ihr geben?

Und dann trau dich sie miteinander sprechen zu lassen.

 

9. Spiel mit deinen Figuren

Wenn du ganz mutig bist, steh auch ab und zu mal auf und spiele deine Figuren. Auf der Bühne wird dir diese Vorarbeit sicher zugute kommen und jetzt kann es eine Menge Lebendigkeit und Spiel in dein Schaffen bringen.

So schaffst du deiner Kreativität auch noch einen weiteren Kanal: Die Bewegung. Und dein Körper weiß oft eine Menge, was dir rein kognitiv nicht einfallen würde. Wir haben ein irres Körpergedächtnis. Gib diesem einen spielerischen Raum und es unterstützt dich wie ein Schreib-Buddy.

 

10. Gönn dir Pausen und lass es arbeiten

Das ist ein Punkt, den ich immer wieder erwähne. Vor allem weil er mir selbst so schwer fällt.

Wenn du dich verbeißt – und ich weiß wie das ist – kann deine Kreativität nicht mehr so frei fließen und du wirst nach der Arbeit kaputt sein. Mach die Arbeit zum Spiel und sorge für regelmäßige Pausen.

Ich nutze hierfür seit kurzem die kostenlose App „Time Out“. Das fiese Ding friert in, von mir festgelegten Abständen, den Bildschirm ein und erinnert mich so ans Pausieren. Du kannst natürlich auch dein Handy oder eine Eieruhr stellen. Mir tut das mega gut, mich einfach mal kurz umzuschauen, durch zu atmen und mich zu strecken.

Auch längere Pausen und Phasen des Nichts-Tuns sind wirklich wertvoll. In meinen Augen muss man ab und zu den Geist leer machen, um Platz für Inspiration zu schaffen. Nimm dir einfach einmal die Woche vor, eine Stunde wirklich nichts zu tun. Setz dich entspannt auf dein Sofa und schau was passiert… Du wirst überrascht sein.

Ergänzen würde ich die Pausen-Liste noch durch Spazierengehen, Sauna und ähnliches.

 

Fazit

In meinen Augen darf Schreiben auch Spiel sein und sich lebendig anfühlen. Ich bin überzeugt, dass es das auch muss.

Ich würde mir wünschen, dass die 10 Schreib-Hacks die ich dir gesammelt habe, dein Schreiben zum vergnüglichen Spiel machen. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich dich ein wenig inspirieren konnte und vielleicht den ein oder anderen drückenden Schuh gelockert habe.

Ich freue mich auf jeden Fall über Kommentare, Anregungen und Fragen. Wo drückt dein Künstlerschuh denn noch? Lass uns gerne ins Gespräch kommen.

Dein Jonathan

 

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Hallo Jonathan,
    Ich möchte Dir für Deine Seite hier danken. Es ist spannend , ansprechend geschrieben und informativ ! Ich bin über einen Artikel bei Human Trust von Dir hier gelandet. Danke auch dafür. Wer weiß, was alles noch wird? Grüße Kerstin

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