Wie du deinen inneren Kritiker für dich gewinnst

Wie du deinen inneren Kritiker für dich gewinnst

Ich möchte dir heute jemanden vorstellen. Damit begebe ich mich ein bisschen auf dünnes Eis, denn vielleicht drückst du mir gleich den Stempel „verrückt“ auf die Stirn. Aber gut, dieser Blog ist für irrsinnige Bühnenkünstler und legendäre Sachensager. Außerdem möchte ich dir die genialsten Techniken, Hacks und Tools mitgeben, die sich in meinen Werkzeugkoffer befinden.

Deswegen möchte ich dir heute Rumpelstilzchen aus meinem inneren Künstlerteam vorstellen. Rumpel ist die kritische Stimme in meinem Kopf. Derjenige, der es immer wieder schafft, mich von meiner Arbeit und meinen Zielen abzubringen. Mit fiesen Fragen schafft er es mich zu verunsichern. Traust du dir das wirklich zu? Kann das nicht jemand anderes viel besser? Meinst du nicht, dass du dich damit lächerlich machst?

Kennst du diese Stimme vielleicht auch? Und hast du vielleicht auch schon Sachen gar nicht angefangen, weil du dich selbst verunsichert hast? Nervt dich das?

Kann ich volle Kanne verstehen! Ich hab mit dieser Stimme auch schon viele Kämpfe gehabt. Hab mich von ihr abbringen lassen und geniale Chancen verpasst.

Auf der anderen Seite – und vielleicht glaubst du mir das jetzt erstmal nicht – steckt in dieser Stimme eine menge positives Potential. Du musst nur lernen, mit ihr richtig umzugehen. Genauer gesagt musst du lernen mit ihr zu sprechen.

Eine Sache gleich mal vorag: Dieser Kritiker macht dich nicht schizophren. Jeder hat diesen Inneren Kritiker in sich. Nur identifizieren wir uns im Regelfall mit diesem Biest. 🙂

 

Raus aus der Identifikation

Und hier kommt auch schon mein erster Hack für dich:

Lerne deinen inneren Kritiker als einen Teil von dir zu sehen. Aber auch nicht mehr! Du bist nicht (nur) diese Stimme.

Und vor allem: Diese Stimme hat nicht immer recht. Im Gegenteil. Aber sie hat einen Grund warum sie da ist.

Der innere Kritiker entwickelt sich in unserer Kindheit und dient eigentlich unserem Schutz. Paradoxerweise will er uns vor zu harter Kritik schützen. Das tut er, indem er diese vorweg nimmt.

Mach dir also klar, dass es sich bei deinem Inneren Kritiker um einen erworbenen Schutz handelt.

 

Mit dem Inneren Kritiker sprechen

Als ich meine Bühnentätigkeit zum Beruf machen wollte, kam mir mein Innerer Kritiker zum ersten mal gehörig in die Quere. Ich wollte unbedingt Bühnenkünstler werden, aber da war plötzlich diese Stimme, die immer wieder Einwände hatte. Sicher waren da auch sinnvolle Bedenken dabei, keine Frage. Doch das, was mir vorher so viel Freude gemacht hat, war jetzt ein echter Krampf.

Ich hatte keinen Plan, wie ich meine Freude wiederfinden könnte. Aus meiner Not heraus, habe ich laut an mich die Frage gestellt, wo es denn hackt. „Was kann ich tun?“

Das Erstaunliche war, ich hab tatsächlich eine Antwort bekommen. Und auch noch eine sehr klare und hilfreiche!

„Ich hab Angst. Ich hab Angst, dass es schief läuft.“

Und so kam ich mit meinen Inneren Kritiker ins Gespräch.

 

Es ist wichtig, dass du mit deinem inneren Kritiker zusammen arbeitest!

Damit du auf deinem Künstlerweg richtig Gas geben kannst, solltest du deinen Kritiker gut kennen. So kannst du einen Weg finden, mit ihm zusammen zu arbeiten.

Um mit deinem Inneren Kritiker ins Gespräch zu kommen, musst du dir ein bisschen Zeit nehmen und dich entspannen. Zieh dich an einen Ort zurück, wo du ungestört bist und dich wohl fühlst.

Atme ein paar Mal tief durch und nimm wahr, wie dein Körper beim Ausatmen loslässt. Entspann dich. Komm in deinem Körper und bei dir an. Spür nach, ob dein Körper noch etwas braucht. Vielleicht will er sich nochmal strecken, eine andere Sitzposition finden oder sich anlehnen. Sorg dafür, dass es dir gut geht.
Jetzt kannst du anfangen Fragen zu stellen. Sprich dabei direkt die Stimme bzw. das blockierende Gefühl an. Warum blockierst du mich so? Was brauchst du? Und vor allem: Wie können wir zusammen arbeiten?

Und dann lass die Antworten kommen. Das kann anfänglich etwas dauern. Bleib entspannt und versuch es nicht zu erzwingen. Die Antworten kommen auf jeden Fall. Vielleicht taucht ein Bild auf oder ein Satz. Lass es kommen und gib dem Raum.

Wenn es dann aber mal fließt, kannst du dich aktiv beteiligen. Stell fragen, hak nach und wirf auch deine Meinung dazu. Sag deinem Kritiker, wie du es gerne hättest und was dir wichtig ist. Es darf ein richtiges Gespräch entstehen.

 

Wer spricht da?

Es lohnt sich, deinen Inneren Kritiker auf den Zahn zu fühlen. Gib ihm eine Stimme. Wie spricht dein IK? Frag ihn, wie er heißt oder wie du ihn nennen sollst. Dann bekommst du ein deutlicheres Bild von ihm und kannst ihn so auch leichter ansprechen. Meiner hat sich mir als Rumpelstilzchen vorgestellt.

Finde auch raus was ihm gut tut und was ihm wichtig ist. Du kannst auch fragen, ob er dir allgemein was Wichtiges sagen möchte. Lass dich überraschen. J

Du kannst daraus am Anfang ein regelmäßiges Ritual machen. Jeden morgen fünf Minuten Kritiker-Zeit. Durch die Regelmäßigkeit wirst du geschickter in diesem Spiel.

 

Lass deinen Inneren Kritiker schreiben

Du musst auch nicht vor dich hin brabbeln. Mach daraus ein Schreibspiel und führ das Gespräch schriftlich. Zum Beispiel als Tagebuch.

Du schreibst einfach eine Frage auf ein leeres Blatt und machst einen Absatz. Dann wartest du und schaust du was kommt. Lass einfach deine Finger schreiben.

Versuch auch mal deinen Kritiker mit deiner anderen (nicht dominanten) Hand schreiben zu lassen. Natürlich macht das nur Sinn, wenn du danach noch lesen kannst, was raus kommt.

Schreiben hat den riesigen Vorteil, dass du nachher nochmal nachlesen kannst, was gesagt wurde. Und es kommt automatisch mehr Klarheit und Struktur in den Dialog.

 

Du bist der Boss

Jetzt fragst du dich vielleicht, was du von dem Ganzen hast. Jetzt kennst du deinen Inneren Kritiker und redest mit ihm. Aber leichter macht das noch nichts, oder? Vielleicht sagt dein innerer Nörgler jetzt sogar: „Schau dich an, jetzt bist du auch noch irre!“

Jetzt ist es wichtig, dass du ganz klar stellst, dass du der Boss bist. Sag deinem Kritiker, was dir wichtig ist. Sag ihm auch, dass du ihm dankbar bist und du seine gute Absicht verstehst. Und dann findet gemeinsam ein produktives Zusammenspiel.

Dein Innerer Kritiker darf dir deine Arbeit nicht schwer machen. Aber er kann dir an der richtigen Stelle auch helfen. Zum Beispiel beim Überarbeiten. Wenn du überlegst, was du verbessern möchtest. Oder auch, um Schwachstellen zu finden, bei der Nachbereitung deiner Auftritte.

Du entscheidest, wann es hilfreich ist. Mach deinem IK deutlich, an welchen Stellen seine Kritik Sinn macht und an welchen nicht. Und frag ihn auch, was ihm helfen kann, damit gut klar zu kommen.

Und wenn er sich dann wieder mal unpassend meldet, kannst du gleich reagieren:

‚Was ist los? Wir haben das doch besprochen.’

Dann kannst du ihn kurz anhören und gehst wieder an die Arbeit.

Ich habe für mich festgestellt, dass eine gewisse Strenge und Entschlossenheit wirklich hilft. Dennoch bleibe ich immer wertschätzend. Ich weiß ja, dass keine böse Absicht hinter der Kritik steckt.

 

Die Power des Inneren Kritikers

Abgesehen davon wirst du auch merken, dass in deinem IK eine mega Power steckt. Wenn du ihn von deiner Sache überzeugen kannst, steht er voll hinter dir. Und dann stehst du plötzlich voll überzeugt für deine Sache.

 

Verspielt und mit Humor

Für mich ist es auch ganz entscheidend, dieses Tool verspielt und mit Humor anzuwenden. Ein abgedrehtes Spiel, das einen effektiven Nutzen für meine Arbeit hat.

Vielleicht hilft dir dieser Hack, wenn dir die Übung zu abgedreht vorkommt. Sieh es als Spiel, hab Spaß dabei und schau was es dir bringt.

 

Fazit

Ich kann dir nur wärmstens empfehlen deinen Inneren Kritiker gut kennen zu lernen und ihn für deine Sache zu gewinnen. Du wirst wesentlich mehr Power für deine Arbeit und für dein Spiel haben. Wenn du Bock hast, habe ich hier für die noch 10 verspielte Schreib-Hacks.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiter helfen und dich mit dem Inneren Kritiker inspirieren. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr freuen, wenn du ihn teilst oder einen Kommentar da lässt. Gerne beides!

Bis zum nächsten Mal,

Dein Jonathan

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