Um dein Publikum zu berühren, brauchen deine Geschichten einen Funken Magie

Um dein Publikum zu berühren, brauchen deine Geschichten einen Funken Magie

Du willst das deine Geschichte dein Publikum mitnimmt und bewegt? Du willst die Leute berühren und fesseln? Du möchtest, dass deine Geschichte etwas Magisches hat und dein Publikum in eine andere Welt entführt?

Wenn ja, habe ich eine gut und eine schlechte Nachricht für dich…

Ich fange mal mit der schlechten an:

 

Ein Plot bzw. die Handlung alleine wird nicht reichen!

Auch wenn du einen megagenialen Plot hast, einen Handlungsverlauf, der überrascht und begeistert, wird das alleine nicht reichen, um dein Publikum zu berühren.

Klar kann eine geistreiche Handlung begeistern. Und zugegeben, ohne Handlung wirst du wahrscheinlich keine gute Geschichte erzählen können.

Aber meine These bleibt: Handlung alleine macht keine gute Geschichte.

Was braucht dann eine Geschichte, um zu bewegen und um „magisch“ zu sein?

 

Magische Geschichten müssen lebendig und sinnlich gestalten sein

Und jetzt komme ich auch zu meiner guten Nachricht für dich: Magie in Geschichten zu bringen, ist kein Hexenwerk. Du kannst lernen, magisch zu erzählen. Dazu habe ich dir die entscheidenden Zutaten und Techniken zusammengesammelt.

Entscheidend ist das im Kopf deines Publikum eine erlebbare Welt entstehet, die sie anfassen können und die sie berührt.

 

Wie du sinnlich und lebendig erzählst

Um sinnlich und lebendig zu erzählen, musst du dir Zeit lassen, um das was in deiner Geschichte passiert farbenfroh zu umschreiben.

Oder um es magisch auszudrücken: Lass deine Geschichte atmen.

Dafür brauchst du LOTS. Um konkret zu sein du brauchst lots of LOTS.

Was ich damit meine?

LOTS bedeutet Language of the Sense. Eine Sprache mit der du die Sinne deiner Zuhörer und Zuschauer ansprichst. Ein Sprache die sie fühlen und erleben lässt.

Dafür möchte ich dir zwei Wege vorstellen.

1.) VAKOG

Visuell = Sehen

Schaffe ein farbenfrohes und detailliertes Bild, indem du beschreibst, was du siehst. Sammle dir hierfür viele Adjektive, mit denen du so genau wie möglich beschreiben kannst. Sie sind deine Farben. Und wenn du ein Leben lang nur mit Rot, Grün, Blau und Gelb malst, wird es bald langweilig…

Auditiv = Hören

Schaffe eine Geräuschkulisse. Hier kannst du sowohl beschrieben, als auch die Geräusche selber erzeugen. Probiere mal rum was möglich ist. Vielleicht fängst du mit einer knarrenden Tür an.

Auch hier kannst du passende Adjektive sammeln… Welche Worte lassen es in dir klingen?

Kinästhetisch = Fühlen

Ist es kalt, feucht, brennend heiß? Lass dein Publikum fühlend miterleben. Was ist hier noch möglich? Welche Adjektive können hier lebendig beschreiben?

Olfaktorisch = Riechen

Hier stinkst! Und das ist gut so…

Gustatorisch = Schmecken

Den Geschmack mit an zu sprechen ist wohl etwas schwieriger. Aber behalte auch diesen Sinn im Hinterkopf.

 

Durch diese Abkürzung VAKOG behältst du alle Sinne im Blick und übst sie beim Erzählen mit einzubeziehen. Schreib sie dir auf einen Zettel oder auf deine Hand.

Jetzt erzählst du deine Geschichte und hältst immer mal wieder inne und versuchst zu beschreiben.

Wenn du das regelmäßig übst, geht das in Fleisch und Blut über. Deine Geschichten werden lebendiger und für dein Publikum erfahrbar.

 

2.) Lebendige Verben

Viele Verben vermitteln auch einen klaren Sinneseindruck. Wenn du hier kreativ ran gehst, werden deine Geschichten lebendiger und abwechslungsreicher.

Statt „Sagte er.“ könntest du zum Beispiel flüstern „Raunte er.“

Mit VAKOG: „Raunte er und sein minziger Atem machte sie benommen.“ 😉

 

Oder statt „er ging die Treppe herunter“ sagst du „er polterte die Treppe herunter.“
Und so bringst du gleich ein akustisches Erlebnis mit ein.

Scene-Painting – Lebendige Geschichten auf der Bühne

Jetzt kommt die spannende Frage: Wie kannst du das auf der Bühne nutzen?

Und vielleicht auch: Brauche ich das überhaupt auf der Bühne?

Erst mal: Ja, du brauchst das- bzw. es kann dir viel nutzen.

Sagen wir mal, du willst dein Publikum mit den Geschichten die du auf der Bühne spielst bzw. erzählst, an verschiedene Orte mitnehmen. Falls du nicht für jeden Ort ein großes Bühnenbild dabei hast und immer umbaust, wird dein Publikum all diese Orte imaginativ erschaffen müssen. Hier kannst du helfen.

Beschreib ihnen erst mal, wo ihr gerade seid. Beim Improtheater sprechen wir hier von Scene-Painting.

Hier nutzt dir selbstverständlich… ja was? VAKOG. Gestalte ein Bühnenbild und sprich dabei alle Sinne an. Lass die Zuschauer eintauchen.
So bist du flexibel und kannst dein Publikum überall hin mitnehmen. Und deine Zuschauer sind voll dabei.

Du kannst dem ganzen natürlich auch noch deinen eigenen Stil verpassen. Vielleicht schaffst du dir eine Figur. Frederic der französische Bühnenbildner beschreibt sein Werk. Oder du lässt die Figuren deiner Geschichte zum Publikum sprechen.

 

Die Wortkulisse – Was wir von Shakespeare über Scene-Painting lernen können

Deine Figuren können allerdings noch auf eine ganz andere Weise eine Kulisse schaffen. Und zwar ohne zum Publikum zu sprechen. Oder für die Experten: ohne die 4. Wand zu durchbrechen.

Vorsicht, jetzt hole ich ein bisschen historisch aus… Wenn du gleich zum praktischen Teil kommen möchtest, kannst du gerne die nächsten zwei Abschnitte überspringen.

Zu Shakespeares Zeiten, war es üblich, dass die Bühnen rund waren und das Publikum von allen Seiten zuschaute. Große Kulissen hätten hier die Sicht versperrt und fielen daher weg. Zu dem gab es in vielen von Willys (Du kannst den Maestro nicht Willy nennen!!! Pfui! Dann schreib gleich „Pim**l“!!! sag lieber: „Shakespeare`s“ wenn du nicht Williams sagen magst!) Stücken richtig viele Ortswechsel.

Daher hat der gute Shakespeare die Figuren mit Worten Kulissen schaffen lassen und so die Phantasie der Zuschauer beflügelt?. Dieses Stilprinzip des elisabethanischen Theaters nennt man Wortkulisse und es ist dem Scene-Painting sehr nahe.

Um eine Wortkulisse zu schaffen, lässt du deine Figuren die Szene mit Gesprächen übers Wetter oder Details der Örtlichkeit beginnen.

 

„Hörst du, die Turmuhr hat Mitternacht geschlagen.“

 

„Es ist bitterkalt hier in London und der Regen tut auch sein Bestes dazu.“

„Gleich sind wir zuhause, da mache ich uns ein schönes Feuer im Kamin.“

 

Wichtig ist, dass du nicht zu sehr beschreibst und sich die Wortkulisse natürlich ins Gespräch einfügt. Ansonsten ist das ein sehr schöner und verspielter Weg.

Auch hier kann dir VAKOG eine Hilfe sein.

 

Fazit

Wenn du eine lebendige und magische Geschichte erzählen möchtest, ist es wichtig, die Sinne deiner Zuhörer und Zuschauer miteinzubeziehen.

Das kannst du mit Hilfe von Lots – Language of the Sense. Du sprichst alle Sinne an (VAKOG) und nutzt lebendige Verben.

Wenn du auf der Bühne lebendig erzählen möchtest und du kein spezielles Bühnenbild hast, aktiviere die Phantasie deines Publikums. Gestalte eine Kulisse mit Worten. Entweder im direkten Kontakt zum Publikum als Scene-Painting oder in den Dialogen bzw. Monologen deiner Figuren als Wortkulisse.

Ich hoffe, ich konnte dich ein bisschen begeistern und dir ein paar hilfreiche Anstöße mitgeben.

Was würdest du sagen, was eine gute Geschichte noch braucht? Schreib mir doch einen Kommentar!

Magische Grüße,
Dein Jonny

Du möchtest als Schauspieler auf der Bühne überzeugen?

Dann hol dir den kostenlosen “6-Tage-Schauspielkurs” von Stage Flow und lerne in 6 Tagen die wichtigsten Schauspieltechniken per Video-Kurs.

Trage deine E-Mail-Adresse gleich hier ein und erhalte deine erste Lektion innerhalb weniger Sekunden.

[wysija_form id=”3″]

Hinterlasse einen Kommentar

Du möchtest als Schauspieler auf der Bühne überzeugen?

Dann hol dir den kostenlosen „6-Tage-Schauspielkurs“ von Stage Flow und lerne in 6 Tagen die wichtigsten Schauspieltechniken per Video-Kurs.

Trage deine E-Mail-Adresse gleich hier ein und erhalte deine erste Lektion innerhalb weniger Sekunden.

[wysija_form id=”3″]