Mit diesem Versprechen hältst du dein Publikum gespannt bis zum Schluss

Mit diesem Versprechen hältst du dein Publikum gespannt bis zum Schluss

Es gibt ein Versprechen an dein Publikum, das Neugier und Spannung erzeugt.

Ein Versprechen, das deine Geschichte richtig fesselnd macht.

Ein Versprechen, sie alle zu knechten. 😉

Was ist das nun für ein Versprechen? Geld? Drogen? – Nein.

 

Es handelt sich um ein aufrichtiges Versprechen. Dieses geheimnisvolle Versprechen geht mit gutem Geschichtenerzählen Hand in Hand.

Und ich verrate dir jetzt ein Geheimnis: Dieses Versprechen hat dich auch bis hier her lesen lassen.

Ohne, dass ich es direkt ausgesprochen habe, habe ich dir versprochen, eine Frage zu beantworten. Eine Frage, die automatisch in deinem Kopf aufgeploppt ist. Die Frage: „Was für ein Versprechen meint der Kerl, verdammt noch mal?“

Ich hoffe du hältst mich jetzt nicht für manipulativ, falls du wirklich diese Frage im Kopf hattest.

Ob du es willst oder nicht, eine gute Geschichte lässt automatisch eine Frage im Kopf deines Publikums entstehen. Und weil du automatisch versprochen hast, dass du diese Frage im Laufe bzw. am Ende der Geschichte beantworten wirst, entsteht Spannung. Dein Publikum bleibt dabei, weil es die Antwort haben möchte.

Und ich Depp habe die Frage schon beantwortet… Aber ich gehe mal davon aus, dass du dir bis jetzt noch mehr Fragen stellst: Wie sieht so eine Frage aus? Wann darf ich sie beantworten? Und wie nutze ich das in meinen Geschichten und Erzählungen?

 

Was fragt sich dein Publikum?

Eine Andeutung, ein verlegenes Grinsen und plötzlich fragst du dich: „Wird aus den beiden ein Paar?“ – Schon mal erlebt, oder?

Gehen wir mal davon aus, du weißt schon wohin deine Geschichte führen soll. Dann ist es wichtig, dass du keine Frage entstehen lässt, die du nicht beantworten willst. Dein Publikum wäre enttäuscht.

Natürlich kannst du auch bewusst eine Frage offen lassen. Zum Beispiel in dem Film ‚Inception’ lässt uns der Regisseur Christopher Nolan mit der Frage zurück, ob Cobb in der Traumwelt festhängt oder schon erwacht ist.

Das ist aber ein absichtlich offenes Ende und die Frage ist nicht unbeachtet unter den Tisch gefallen. Das fühlt sich zwar etwas mies an, aber eben nicht wie schlampige Erzählkunst.

Sei wach für jede mögliche Frage

Damit keine Frage aus Versehen entsteht, musst du wach für jede mögliche Frage sein. Und wie schon oben erwähnt, können Fragen durch Kleinigkeiten entstehen.

Wenn wir Geschichten improvisieren, trainieren wir unsere Aufmerksamkeit für diese Kleinigkeiten.

Für diese Übung solltest du dir ein paar verspielte Geschichtenerzähler suchen. Ihr erzählt dann reihum die Geschichte weiter. Jeder fügt einen Satz hinzu und gibt dann weiter. Beginnt einfach mit ‚Es war einmal…’

 

Erzähler A:

„Es war einmal ein kleines Einhorn, das nie mit den anderen Einhörnern spielen durfte.“

Erzähler B:

„Und es ging jeden Tag an den Fluss, um den Flussgeist zu besuchen.“

Erzähler C:

„Eines Tages hatte der Flussgeist für das Einhorn einen wichtigen Auftrag.“

 

Welcher Sache wärst du noch gerne weiter nach gegangen?

Nun erzählt ihr die Geschichte ein paar Runden weiter. Dann macht ihr einen Break und schaut euch die Geschichte von außen an. Jeder Erzähler beantwortet jetzt die Frage, was ihn an der Geschichte an meisten beschäftigt hat.

Sicher kommen hier Fragen auf den Tisch, die nicht jeder beim Erzählen auf dem Schirm hatte. Mach die Übung öfters – am besten auch mit verschiedenen Menschen – und du wirst wacher für die entstehenden Fragen.

 

In meinem Beispiel wären in den ersten drei Sätzen schon folgende Fragen möglich:

Warum darf das Einhorn nicht mit anderen Einhörnern spielen?

Wie fühlt sich das für das Einhorn an?/ Wie kompensiert es das?

Wird es das ändern können?

Was für einen wichtigen Auftrag soll das Einhorn erledigen?

Wird es das schaffen?

 

Vielleicht hast du ja noch mehr Fragen gefunden… Schreib sie gerne in die Kommentare.

 

Jetzt sag’s doch endlich

Die Erwartung der Antwort auf deine Frage erzeugt also die Spannung. Wenn du die Spannung jetzt noch steigern willst, gib deinen Publikum einen Hinweis Richtung Antwort. Und im nächsten Moment durchkreuzt du die entstandenen Vorhersagen, indem du einen widersprüchlichen Hinweis dazu wirfst. Natürlich sollten deine Hinweise weiterhin Sinn ergeben.

Irgendwann hält man es schier nicht mehr aus und möchte wissen, was nun richtig ist.

 

Fazit

Die Fragen, die deine Geschichte aufploppen lässt, machen sie spannend und fesselnd. Ohne es auszusprechen, versprichst du deinem Publikum die Beantwortung dieser Fragen. Sorg also dafür, dass dir alle entstehenden Fragen bewusst sind.

In den folgenden Artikeln möchte ich mit dir noch tiefer in die Mechanismen von Spannung und Dramatik einsteigen. Ich freu mich schon sehr und bin gespannt, was wir so entdecken.

Wenn ich dich inspirieren konnte, würde ich mich sehr freuen, wenn du den Artikel mit anderen teilst. Damit hilfst du mir sehr.

 

Ansonsten wünsche ich dir einen spannenden Auftritt,

Dein Jonathan

 

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